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NGC 3579 und NGC 3603 - Sternentstehung in RCW 57
 

 
Objektbeschreibung:

Östlich ( 3,5 Grad) des Carinanebels - NGC 3372 - liegt RCW 57, eine große Region mit Emissionsnebelgebieten. Innerhalb von RCW 57 liegen zwei weitere große Sternentstehungsgebiete, in sehr unterschiedlichen Entfernungen zum Sonnensystem, inmitten der südlichen Milchstraße. Die leuchtenden Gasnebel um NGC 3579 auf der rechten Seite des Bildes sind rund 9.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Besonders auffällig sind die beiden bogenförmigen Strukturen im nördlichen Teil des Nebels. Die intensiven Sternwinde der massereichen jungen Sterne im Nebelzentrum erzeugen die blasenartigen Strukturen im Gas des Nebels.

Der Nebel mit der Katalogbezeichnung Gum 38 b um den extrem leuchtkräftigen offenen Sternhaufen NGC 3603 auf der linken Bildseite ist mit 23.000 Lichtjahren mehr als doppelt soweit wie NGC 3579 entfernt. Die Farbe der Nebelregion ist im Vergleich zu NGC 3576 deutlich ins orange-rötliche verschoben. Dies wird durch die wesentlich stärkere interstellare Absorption von Staub aufgrund des längeren Lichtweges zwischen dem Sternhaufen und der Nebelmassen zum Sonnensystem hervorgerufen.

NGC 3603 liegt in einer Entfernung von ca. 23.000 Lichtjahren im Carina- Sagittarius Spiralarm unserer Milchstraße. Es ist ein sehr heller offener Sternhaufen, dafür bekannt, dass er die größte Konzentration an massereichen Sternen enthält, die bisher in einem Sternhaufen unserer Galaxie gefunden wurden. Im Zentrum liegt ein Wolf Rayet - Mehrfachsternsystem mit der Bezeichnung HD 979 50. Wolf-Rayet Sterne befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Sternentwicklung, ihre Einzelsterne besitzen oft mehr als 20 Sonnenmassen. NGC 3603 beinhaltet mehrere Wolf Rayet Sterne und viele Sterne mit mehr als 100 Sonnenmassen. Visuell zeigt NGC 3603 etwa 30 Sterne, hoch aufgelöste Bilder mit großen Teleskopen zeigen mehrere hundert Sterne. Sein physikalische Durchmesser beträgt etwa 20 Lichtjahre. Der Sternhaufen wird nach Trumpler dem Typ I 1 p n zugeordnet und sein Alter wird auf nur 2 Millionen Jahre geschätzt. NGC 3603 wurde am 14. März 1834 vom britischen Astronomen John Herschel entdeckt. Das Jahr 1834 war eines der produktivsten und erfolgreichsten Jahre des englischen Astronomen in Südafrika.

Gum 38 b ist zusammen mit NGC 3603 ein Gebiet sehr intensiver Sternentstehung. Wenn die jungen Sterne langsam im sichtbaren Spektralbereich zu leuchten beginnen, werden auch die die Sterne umgebenen H-II Regionen sichtbar. Diese Regionen leuchten dann aufgrund der Wechselwirkung zwischen ultravioletter Strahlung, welche von den jungen und heißen Sternen abgegeben wird, und dem Wasserstoffgas in den sie umgebenden Wolken. H-II Regionen können Durchmesser von mehreren hundert Lichtjahren haben. Gum 38 b, der NGC 3603 umgibt, ist das massereichste Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße.


NGC 3579 liegt ebenfalls im Carina Sagitarius Spiralarm unserer Milchstraße, ist aber im Vergleich zu NGC 3602 nur etwa 9.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und steht daher viel näher als NGC 3603 zum Sonnensystem, obwohl er im Bild als sein Nachbar erscheint. NGC 3676 ist der hellste Teilbereich des Emissionsnebels, weitere Bereiche haben die NGC Katalognummern 3584, 3579, 3592, 3581, 3501, 3506,3576 und GN 11.09.3.
 
NGC 3579 ist aufgrund zweier großer Objekte bemerkenswert, die den gekrümmten Hörnern eines Schafbocks ähneln. Diese seltsamen Filamente sind das Ergebnis stellarer Winde, die von den heißen und junge Sternen in der Zentralregion des Nebels ausgehen. Sie haben Staub und Gas über hunderte Lichtjahre nach außen transportiert. Im oberen Bereich des Nebels sind zwei dunkle Silhouetten zu erkennen, so genannte Bok Globulen. Es sind Bereiche, in denen in Zukunft neue Sterne entstehen könnten. Solche Globulen finden sich auch in anderen H-II Regionen, so z.B. auch in IC 2944. NGC 3576 wurde am 16. März 1834 von John Herschel entdeckt.

Ein 3-er Mosaik von NGC 3532 über Collinder 240 bis zu NGC 3579 zeigen wir hier.



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